
Rom, mio amore. Du hast es mir nicht leicht gemacht. Für Touristen bist du die ewige Stadt. Für Erasmus-Studenten wohl eher die Hölle. Obwohl man den Himmel für einen Euro mit der Metro erreichen kann.
4 Monate hast du mich ertragen und ich dich. Zusammen haben wir uns alles angeschaut. Wenn ich schlecht gelaunt war, hast du mich mit Regen bestraft. Und Pakistani mitregnen lassen. Wenn ich auf dem letzten Loch pfiff, schenkest du mir eine Bar auf dem Weg und wenn ich gar all’ zu verzweifelt war, schicktest du mir einen italienischen Jüngling, der mir den Weg zeigt. Ich habe dafür jeden Stein umgedreht, besuchte jede Kirche und habe fleißig alle Eintrittsgelder dieser Welt bezahlt. Zusammen haben wir es uns gut gehen lassen, wir haben gelacht und geweint, uns gehasst und uns geliebt. Wir bekamen Kopfschmerzen vom Wein und Schwindelgefühle vom Weihrauch, wir durchlitten endlos lange Busfahrten und wollten hinterher beide sterben. Aber du bist ewig. Deswegen hast du mir viel beigebracht, über Menschen und Mentalitäten, Kultur und Mangiare. Wenn ich dachte, deine Geheimnisse zu kennen, hast du mir neue aufgegeben. Und wenn du dachtest, ich hätte mich an das “grande casino” gewöhnt, habe ich mich von neuem aufgeregt. Du hast mich schockiert, verängstigt, aber auch überrascht und zum Lachen gebracht. Ich habe dich verflucht, du mich. Am Ende haben wir uns immer vertragen.
Roma, mio amore. Arrivederci – das heißt auf Wiedersehen. Wir sehen uns.